Hamburger Singakademie
Die Geschichte der Hamburger Singakademie


Die traditionsreiche Vereinigung von Laiensängerinnen und -sängern entstand 1819 als "Die Gesellschaft der Freunde religiösen Gesanges". Seit 1844 trägt sie den Namen Hamburger Singakademie. Derzeit sind wir etwa 50 aktive Sänger (S/A/T/B).

Berühmte Hamburger Namen wie Mönckeberg, von Gossler, Schmilinsky, Lutterroth oder Sieveking finden sich in den Mitgliederlisten. Entscheidenden Anteil an den Anfangserfolgen der Singakademie hatte Friedrich Wilhelm Grund, der Begründer der Philharmonischen Gesellschaft, die er 44 Jahre lang leitete. Einer seiner Nachfolger, Julius von Bernuth, der 27 Jahre lang die Singakademie dirigierte, brachte bereits 1869 das Deutsche Requiem von Johannes Brahms mit der Philharmonischen Gesellschaft und der Hamburger Singakademie in der Michaeliskirche zur Aufführung. Seit 1903 führte der Chor, mit Ausnahme der Jahre 1940 und 1946, das Requiem regelmäßig bis zum Jahr 1994 am Buß- und Bettag auf.

Seit 1872 bestand eine enge Verbindung zum Philharmonischen Staatsorchester. Chordirigenten waren meist die Chordirektoren der Staatsoper wie Max Thurn, Wilhelm Brückner-Rüggeberg, Adolf Bautze, Günther Schmidt-Bohländer und Jürgen Schulz. Von 1990 bis 1999 leitete Theo Wiedebusch, der Chordirektor der Bremer Oper, die Hamburger Singakademie.

Die Hamburger Singakademie nimmt seit 1819 einen bedeutenden Platz im Hamburger Musikleben ein. Sie hat alle großen Chor-/Orchesterwerke unter bedeutenden Dirigenten - zum Teil vielfach - aufgeführt.

Konzerte wurden von berühmten Dirigenten geleitet: u. a. Eugen Jochum, Joseph Keilbert, Paul Hindemith, Rudolf v. Oertzen, Leopold Ludwig, Wolfgang Sawallisch, Horst Stein, Aldo Ceccato, Hand Zender, Giuseppe Sinopoli, Hans-Martin Schneidt, Christoph Eschenbach, Gerd Albrecht, Dietrich Fischer-Dieskau, Ingo Metzmacher und Robert Stehli.

Seit 1990 ist die feste Bindung zum Philharmonischen Staatsorchester gelöst. Die Hamburger Singakademie ist neue Wege gegangen, in dem sie auch mit anderen Orchestern zusammenarbeitet und ihr Repertoire um a-cappella-Chorwerke erweiterte.

Seit Ende 2000 ist die Hamburger Singakademie nach einer Übergangszeit mit verschiedenen Chorleitern dabei, sich ein neues Profil zu geben und Werke zu erschließen, die nicht zum Standard-Repertoire gehören. Über Projektarbeit versucht sie außerdem auch jüngere Chorsänger und Chorsängerinnen zu gewinnen.

Dies wurde durch den neuen Chorleiter, Prof. Cornelius Trantow, möglich, der sich für ungewöhnliche Chorliteratur einsetzte und mit dem Chor intensive Stimmbildung betrieb.

Somit konnten wir mit dem Hamburger Erstaufführungen - Psalmenkonzert "De Profundis" am 27.10.2001 (Komposition von Marcel Dupré) und mit dem Oratorium von Michael Tippett "A child of our time" am 09.11.2002 - das neue Chorprofil unter Beweis stellen.

Die Arbeit von Prof. Cornelius Trantow wird seit Juli 2011 durch Jörg Mall fortgesetzt.